Ein kurzer Exkurs in die Geschichte des Münsteraner Basketballs

In der Turnhalle des Schillergymnasiums zu Münster, in der auch heute noch Basketball gespielt wird, wurde am 17.01.1961 der „Universitäts Basketball-Club Münster“ von 14 Anwesenden in einer kleinen Versammlung gegründet (anwesend waren damals: Raimund Volkmer, Peter Beckmann, Klaus Edler, Ralf Edler, Bernfried Zumbölt, Hans-Dieter Hase, Willy Wallhausen, Claus Flören, Karl-Heinz Windgätter, Franz-Willi Canisius, Hans-Peter Schmidt, Lothar Waldowski, Dietrich Abendroth und Gerhard Laaser). 1963 traten dann die Volleyballer der Universität dem UBC bei und man benannte den UBC in USC (Universitäts Sportclub) um. Auf die Historie der Volleyballer wird hier nicht näher eingegangen.

Es gab nur eine Damen- und eine Herrenmannschaft, mit denen an den Rundenspielen des Westdeutschen Basketballverbandes (WBV) durchaus erfolgreich teilgenommen wurde. Beide Mannschaften erreichten damals in relativ kurzer Zeit die höchste Spielklasse, die Oberliga.

Nach der Einführung der Bundesliga gelang es der ersten Herrenmannschaft im Jahre 1969 der Aufstieg in diese Spielklasse, wo sie sich allerdings aus finanziellen Gründen nur ein Jahr halten konnten und somit, nach dem Weggang mehrerer Spieler, zum Abstieg in die damalige Regionalliga West verdammt war. Nachdem sogar die Viertklassigkeit erreicht war, wurde klar, das man für den Verein eine finanzielle Basis schaffen musste und schloss einen Sponsorvertrag mit der Firma Medico im Jahre 1974 ab, der den USC bis in die 2. Bundesliga brachte. Der Vertrag mit Medico und die Verpflichtung von Jimmy Wilkins (USA), (einer der wohl besten amerikanischen Spieler damals in Deutschland) als Spielertrainer machten dies möglich. Ein Wiederaufstieg in die erste Bundesliga blieb jedoch trotz Meisterschaften in der 2. Bundesliga aus, was z.T. wohl auf das damalige Relegationssystem und eine Verletzung des überragenden Spielmachers zurückzuführen ist.

Doch nach dem Verlust des Hauptsponsors Medico wegen Zahlungsunfähigkeit (1978), dem daraus folgenden Weggang von Jimmy Wilkins sowie aufgrund der geringen Zuschauerresonanz folgte nach 7 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga sportliche Stagnation. Die Zuschauerzahlen stagnierten bei etwa 300 – Der Abstieg war nur noch eine Frage der Zeit, da kein anderer Hauptsponsor gefunden wurde, der den sich aufspaltenden USC (Universitäts Sportclub) komplett unterstützen wollte.

1978 dann folgte aufgrund innerer Streitigkeiten die Trennung der Basketball- und Volleyball-Abteilung in den UBC (Universitäts Basketball Club) und den USC (Unabhängiger Sport Club) Münster. Mit dem Hauptsponsor Glasurit aus Hiltrup schien sich das noch abwenden zu lassen, aber nachdem die 1. Volleyball Herrenmannschaft aus der 1. Bundesliga ihre Mannschaft zurückzog, zog sich auch der Sponsor sofort wieder zurück und die Basket- und Volleyballabteilungen mussten sich wieder getrennt auf die Suche nach einem neuen Hauptsponsor machen – da war die Trennung perfekt.

Die Damenmannschaft spielte hervorragenden Basketball und machte es den Herren vor – sie qualifizierten sich in der Saison 1971/72 für die neugegründete 1. Bundesliga, spielten dort 2 Jahre lang, wobei sie in der ersten Saison einen beachtlichen 4. Tabellenplatz erlangten. Im Jahre danach folgte aber auch durch den Fortgang wichtiger Leistungsträgerinnen der sportliche Abstieg in die Regionalliga. Im Jahre 1980/81 wurde die 1. Damenmannschaft dann aufgrund interner Querelen zurückgezogen.

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga in dern 80er und 90er Jahren änderte sich die Situation, abgesehen von den gewöhnlichen Leistungsschwankungen, kaum. Mehrere hoffnungsvolle Nachwuchsspieler wurden von auswärtigen Vereinen abgeworben, wo sie später in der Bundesliga zum Einsatz kamen. Unter günstigen Bedingungen glückte 2000 nach 17 Jahren erneut der Aufstieg in die 2. Spielklasse. Obwohl die Prognosen nicht sehr optimistisch waren und wieder finanzielle Turbulenzen eintraten, konnte die Klasse gehalten werden. Die Agentur Triple M., die 1996 die Vermarktung der 1. Herrenmannschaft übernommen hatte, ging nämlich in Konkurs, so dass eine neue Lösung des Dauerproblems gefunden werden musste, bei der sich nach den Erfahrungen nur um eine GmbH unter mittelbarer Beteiligung des Clubs handeln konnte. Beruhigend, dass unterdessen die sportliche Entwicklung under der Leitung des bewährten kroatischen Trainers Dusko Milic ruhig weiterlief, der aus der Geldnot eineTugend machte und nicht weniger als vier Jugendliche in seinen Kader einbaute.

Nicht der Einkauf ausgewiesener Könner, nur Talentsuche und -förderung in enger Zusammenarbeit mit den Schulen war das Rezept, das sportliche Niveau zu halten oder gar zu steigern. Dass man auf diese Weise ständig mit dem Risiko der Abwerbung lebt, also letztlich der reicheren Konkurrenz in die Hände arbeitet, ist den Verantwortlichen bewusst, aber nicht zu vermeiden: Spitzensport ist halt business. Unter diesem ehernen Gesetz ist es denn auch jüngst zur Bündelung der Kräfte in der Stadt gekommen. Die zu Beginn der 90er Jahre zwischen TSC und DJK Marathon begründete Basketball-Spielgemeinschaft (SG), die ihrerseits in Geldschwierigkeiten geraten war, schloss sich 2001 dem UBC an. Im neuen lokalen Monopol-Verein stellt der Stamm der SG TSC Marathon Baskets nun die 2. Mannschaft.