Im Titelkampf ist alles angerichtet für die WWU Baskets

Alles läuft auf einen Zweikampf um den Titel hinaus. Die WWU Baskets Münster und die BSG Grevenbroich haben nach der Hinserie jeweils nur eine Niederlage auf dem Konto. Das direkte Duell im Februar könnte entscheidend werden. Zwischen den beiden Teams kommt es zuvor aber schon zum Wiedersehen.

Von Henner Henning – Münstersche Zeitung

Im Sommer 2012 hatte Philipp Kappenstein das Traineramt beim UBC Münster übernommen und den Club in seinen ersten beiden Jahren als Coach auf die Plätze fünf und vier geführt. Der Aufwärtstrend setzte sich fort, Schritt für Schritt führte er die Mannschaft, die seit der Saison 2015/16 unter dem Namen WWU Baskets firmiert, in die Spitzengruppe der Regionalliga. Drei Vizemeisterschaften in Serie ließen Aufstiegsträume reifen, die sich Münster nun erfüllen will. Als Tabellenführer gehen die Baskets in die Rückrunde, die Ausgangslage in der laufenden Saison ist bestens. Es ist angerichtet.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger – schließlich hat Münster einen Großteil der Konkurrenz bereits abgeschüttelt. Citybasket Recklinghausen liegen nach einem Punktabzug fünf Zähler im Hintertreffen, die ART Giants Düsseldorf, die BG Hagen und die Hertener Löwen schon derer sechs. Doch ein Widersacher erweist sich als ebenso hartnäckig wie gefährlich: Die BSG Grevenbroich, die ebenfalls nur einmal in der Hinrunde verlor. Beim 87:92 am Horstmarer Landweg. „Es wird wahrscheinlich bis zum Ende diesen Zweikampf geben“, sagt Kappenstein, der mit seinem Heimatverein nun seine beste Hinrundenbilanz als Coach erzielte.

In den vergangenen drei Jahren stiegen die Meister RheinStars Köln (2015) und EN Baskets Schwelm (2017) mit je fünf Niederlagen auf, der FC Schalke 04 leistete sich im Jahr dazwischen nur vier Pleiten. Die könnten in dieser Saison womöglich zu viel sein, jeder Ausrutscher wird in der Endabrechnung teuer. „In den vergangenen Jahren haben vier Niederlagen immer gereicht. Ich gehe aber davon aus, dass man in dieser Saison maximal drei Mal verlieren darf. Das bedeutet, dass es für die Teams dahinter mega-schwer wird, noch heranzukommen“, sagt Kappenstein.

Alles läuft in der Rückrunde auf ein dauerhaftes Fernduell mit Grevenbroich hinaus – unterbrochen vom direkten Aufeinandertreffen am 22. Spieltag (17. Februar) bei der BSG. Doch schon zuvor kommt es zu einem Wiedersehen der Rivalen, das Los schickt Münster kurz vor den Weihnachtstagen (vermutlich am 20. Dezember) in den Rhein-Kreis Neuss zum Pokal-Achtelfinale. Ein Knüller, der dem Coach ins Konzept passt. „So können wir uns dort schon einmal an die Rahmenbedingungen gewöhnen, dazu bleibt die Spannung hoch. Eigentlich wären wir bereits am 9. Dezember fertig, da wir direkt vor der Liga-Pause spielfrei haben. Jetzt noch ein Do-or-die-Match zu haben, finde ich gut“, sagt der 38-Jährige, denn: „Wir können es uns diesmal ganz sicher nicht leisten, erst nach dem Jahreswechsel ins Training einzusteigen.“

Hiltrup gegen Herten

Einen gleichklassigen Gegner oder die WWU Baskets Münster – so lauteten die bescheidenen Wünsche von Adam Ligocki vor der Auslosung des Achtelfinals im WBV-Pokal. Doch die Losfee erhöhte seine Vorschläge nicht, stattdessen erwischte Landesligist TuS Hiltrup aber einen anderen attraktiven Gegner. Zwischen dem 15. und 21. Dezember kommt mit den Hertener Löwen das Team in den Süden Münsters, das in der Regionalliga als einzige Mannschaft die WWU Baskets bezwingen konnte. Eine durchaus lösbare Aufgabe wartet dagegen auf die Basketball-Frauen des UBC Münster. Der Oberliga-Zweite tritt auswärts bei der TG Voerde an, derzeit auf dem fünften Platz in der Landesliga gelistet.

Die Zuversicht, dass es nach dem Vize-Hattrick mit dem Aufstieg nun klappt, ist zumindest nach der Hinrunde nicht kleiner geworden. Das Team tritt als Einheit auf, überstand auch die schwierige Phase zu Saisonbeginn, als sich der für Anselm Hartmann verpflichtete Aufbau Brandon McGill angeschlagen durch die Spiele kämpfte. Mit der Nachverpflichtung von Bryce Leavitt lagen die Baskets richtig und waren pünktlich zum Hit gegen die BSG in Fahrt. „Nach den knapp gewonnenen Spielen hat man gemerkt, dass es klick gemacht hat. Es passt im Team“, sagt Kappenstein, der in seiner Premierensaison als Coach schon einmal ein direktes Duell mit Grevenbroich gewonnen hat. Damals zog Münster am letzten Spieltag durch ein 93:90 bei der BSG am Rivalen vorbei und wurde Fünfter. Diesmal aber geht es um Größeres.

Foto: Christina Pohler