WWU Baskets freuen sich auf Derby-Knaller zum Neujahrsempfang

Eine Serie wird am Samstagabend dran glauben müssen: Die Ballers aus Ibbenbüren sind seit sechs Liga-Spielen ungeschlagen, die WWU Baskets aus Münster sind mittlerweile sieben Mal in Serie als Sieger vom Platz gegangen. Philipp Kappenstein will am Samstag (19.30 Uhr) acht geben.

Von Ansgar Griebel – Münstersche Zeitung und Westfälische Nachrichten

Philipp Kappenstein kann es auch mit dem Fuß – zumindest im Kopf: Nach der erfolgreichen Partie vor Wochenfrist bei Citybasket Recklinghausen schwenkte der Trainer der WWU Baskets Münster gedankenschnell ins Fußball-Metier um und bediente sich einer universell gültigen Vorlage Sepp Herbergers, derzufolge nicht nur nach dem Spiel vor dem Spiel, sondern der nächste Gegner immer der schwerste ist. Kaum nämlich war Recklinghausen als vermeintliches Schwergewicht für zu leicht befunden und aus dem Weg geräumt worden, hob Kappenstein die Jungs von den Ballers Ibbenbüren auf das Vorfahrt-beachten-Schild. Und das mit gutem Grund: weil die Nachbarn aus dem Norden erstens traditionell ein unangenehmer Gegner sind, sie zweitens bereits im Vorjahr mit einer überragenden Rückrunde glänzten und weil sie drittens regelmäßig zum Jahreswechsel einen Weihnachts-Ami der Extraklasse aufs Feld zaubern können.

Im aktuellen Fall heißt der neue Mann Denzel Johnson und führte beim unerwarteten 95:92-Erfolg der Ballers bei der hochgehandelten BG Hagen mit bärenstarken 27 Zählern Regie. Kappenstein weiß natürlich Scoresheets zu lesen, die dazugehörigen Zeichen der Zeit zu deuten und beides als praktizierender Pädagoge in der Spielvorbereitung gewinnbringend einzusetzen. „Ibbenbüren geht alle seine Spiele und vor allem dieses Derby hoch emotional an. Da müssen wir etwas dagegensetzen“, sagt der Trainer, der in einer „höchst intensiven“ Trainingswoche aber schon die passende Siegermentalität in den eigenen Reihe hat ausmachen können. Seine Spieler werden allemal hoch motiviert ins Derby gehen. Zumal die Erinnerung an den schweißtreibenden Arbeitssieg in der Hinserie vor 1000 Zuschauern in Ibbenbüren ebenso noch im Gedächtnis ist wie die fatale Heimniederlage in der Vorsaison, die die Baskets möglicherweise den Titel kostete – damals vor allem wegen des nicht zu stoppenden Rishi Kakad, seinerzeit Ibbenbürens Neuer.

Der neue Neue verspricht ebenfalls Ungemach – zudem dürften die Gäste nach nunmehr sieben Ligasiegen in Serie und dem spektakulären Buzzerbeater-Jubel zuletzt in Hagen vor Selbstbewusstsein nur so strotzen.

Volles Haus

Baskets-Manager Helge Stuckenholz überlässt die Organisation des sportlichen Geschehens vertrauensvoll seinem Chefcoach, den Fans der WWU Baskets gibt er allerdings aus gegebenem Anlass einen guten Rat mit auf den Weg zur Halle. „Früh kommen“, heißt das Gebot der samstäglichen Stunde. Um 19.30 Uhr soll das Spektakel beginnen. Wer nicht vorher um seinen Sitzplatz kämpfen will, sollte schon 30 Minuten früher anreisen, zumal sich auch der Gegner 150 Plätze reservieren lassen hat.

Doch bange machen gilt nicht. Im Gegenteil: „Dieses Spiel steht für sich. Das wird ein großer Spaß“, so Kappenstein, der ausnahmsweise und durchaus passend keinerlei kurzfristigen Krankmeldungen zu verarbeiten hat. Die Derby-Bilanz spricht zudem für die Baskets, die sechs der vergangenen sieben Spiele gegen die Ballers des TV Ibbenbüren gewinnen konnten.

Foto: Christina Pohler