Die WWU Baskets bezwingen die Hertener Löwen – und Jan König überragt

Jetzt haben die WWU Baskets Münster ihr Endspiel um die Meisterschaft. Mit 91:71 bezwang das Team von Trainer Philipp Kappenstein den Tabellendritten Hertener Löwen und bleibt damit im direkten Windschatten von Spitzenreiter Grevenbroich. Bei Münsters Sieg ragte der Kapitän heraus.

Von Thomas Austermann – Münstersche Zeitung und Westfälische Nachrichten

Seine Majestät hielt Hof, der Gegner ging in die Knie, das Volk jubilierte. Als Jan König zwei Minuten vor Schluss bei einer erinnerungswürdigen Basketballpartie Feierabend machte, prasselte der Applaus auf ihn nieder. Mit 40 Punkten, darin neun Dreier, schrieb der Oldenburger Zwei-Meter-Mann beim 91:71 (53:48) seiner WWU Baskets Münster über die Hertener Löwen die Geschichte des Regionalliga-Spitzenspiels.

Über 800 Fans in der pickepackevollen Unihalle hatten ihren Spaß an der königlichen Gala, die den Baskets das wahrscheinliche Meisterschaftsfinale am 17. Februar in Grevenbroich, noch immer Erster nach dem 82:80-Sieg in Ibbenbüren, beschert. „Wir haben es in der eigenen Hand. Gewinnen wir da, steigen wir auf“, sagte Trainer Philipp Kappenstein, der hin- und hergerissen war zwischen Emotionalität und kühler Mathematik.

Die dem Dritten auch konditionell klar überlegenen Baskets lieferten, als sie gemäß ihres Anspruches liefern mussten. Im ersten Viertel (34:27) der umkämpfen ersten Halbzeit fand Kapitän Jan König schnell die guten Positionen und zum sicheren Wurf. Fünf Dreier zeugten von blitzschneller Akklimatisierung des 24-Jährigen, der froh war, „sofort das Selbstvertrauen gefunden zu haben, weil die ersten Würfe saßen.“ Mussten sie auch, denn trotz der Qualitäten aus der Distanz blieb Herten dran. In erste Linie durch die Vielseitigkeit des britischen Dribblers und Werfers Jordan Whelan (28 Punkte), der defensive Probleme der Baskets bestrafte.

Leavitt mit 20 Assists

Ungewöhnlich und nicht erwünscht, dass die Aufstiegswilligen auf einen eher kleinen Kreis von Leistungsträgern setzen mussten. „Diese Sonderleistungen brauchten wir auch“, sah Kappenstein neben dem erwähnten König das Aufbau-Ass Bryce Leavitt überragende 20 direkt genutzte Assists verteilen. Stefan Wess und Center Kai Hänig steigerten sich verlässlich. Andere aber blieben blasser als gewöhnlich. „Wir brauchen alle in den nächsten Wochen“, hofft der Coach auf die Wiederbelebung der Gemeinschaft.

Münster erlaubte Herten 48 Punkte bis zur Pause und dann nur noch 23 weitere, weil die in Manndeckung operierende Abwehr aggressiver und aufgabentreuer zur Leidenschaft fand. Auch der Reboundvergleich ging an die Gastgeber. Mehr und mehr resignierte Löwen-Aufbauspieler Faton Jetullahi, der oft nur noch haderte. „Im vierten Viertel haben wir die doch überrannt“, lobte Kappenstein die Unermüdlichen. Deren Youngster Nico Funk, Jahrgang 2001, kam auf stolze 14 Minuten im Spielaufbau und gefiel, weil er rotzfrech für Tempo und Elan sorgte.► Im Pokal-Halbfinale (Termin noch offen) treffen die Baskets in Münster erneut auf Herten.

Punkte WWU Baskets: J. König (40/9), Wess (20/3), Leavitt (13), Hänig (9), Funk (3/1), Brummert, Goolsby, Padberg (je 2)

Foto: Christina Pohler