Reserve verliert das Derby denkbar knapp

Es war bis zur letzten Sekunde ein spannendes Derby vor rund 100 Zuschauern, das die UBC Reserve gegen die LippeBasekts Werne mit 75:76 verloren. Die Ausgangslage versprach Spannung und hielt diese auch. Das spielerisch zwar nur selten hochklassige, dafür durchweg hochspannende Match ließ die Pascal-Halle erbeben und war sicher nix für Menschen mit schwachem Herzen. Für Werne ging es um den Klassenerhalt, für Münster um die Ehre im Derby und letztem Heimspiel der Saison. So hatten die Münsteraner trotz personeller Widrigkeiten zehn Spieler aufbieten können um Werne Paroli zu bieten, darunter mit den Blome-Brothers aus der 3. und Nico Funk und Niklas Husmann aus der 1. Verstärkungen von beiden Seiten.

Der UBC startete mit einer U20 Starting Five mit Nico Funk, Leo Lüsebrink, Niklas Husmann, Florian Strietholt und Maurice Heide gut in die Partie, führte schnell 12:7 aber es folgten wie zuletzt häufiger zu viele Fehler und Schwächen im Rebound. Ein 8:0 Lauf brachte Werne 15:12 in Führung (7. Minute), aber Münster hielt durch 3er Funk und Freiwurf von David Blome dagegen zum 16:15.

Aber das Spiel blieb ein Spiel der Läufe. Ein viertelübergreifender 7:0 Lauf Werne, ein anschließender 7:0 Lauf Münster führte zu einem ausgeglichen 31:31 in der 17. Minute und einem 38:40 zur Halbzeit. Werne kam bissiger aus der Pause, dominierte die Bretter in Person von Lennart Rupprecht, der am Ende auf 18 Punkte und davon viele Big Points kam. Münster hielt mit dem jungen Benni Christophel von außen dagegen. Der JBBLer erzielte einen 3er und einen Korbleger und machte defensiv viel Druck. Aber Werne hatte in dieser Phase mehr vom Spiel und Münster Glück trotz vieler Fehler nach 30 Minuten nur 52:58 hinten zu liegen. Husmann und Funk verließen nach 30 Minuten die Spielstätte Richtung 1. Herren nach Hagen und die verbliebenen acht Spieler bissen sich jetzt ins Spiel. Stephan Kreutzer, zu Beginn noch ein Quell an Fehlern, führte seine Farben jetzt heran und nach zwei Freiwürfen durch Lukas Strietholt zum 68:67 in der 36. Minute zum ersten Mal seit langer Zeit auch wieder in Front.

Das Spiel war jetzt ein Krimi und die vielen Werner-Fans unterstützten lautstark ihre Farben während Münster in der hitzigen aber jederzeit fairen Partie einen kühlen Kopf behielt. 28 Sekunden vor dem Ende führt Werne 74:71, Einwurf Münster, der Ball kommt zu David Blome in den lowpost der gedoppelt wird und den Ball zum völlig freistehenden Topscorer Lukas Strietholt heraus passt, der den 3er zum 74:74 Ausgleich versenkt. Auszeit Werne, Einwurf, Backdoor-Play und Routinier Lukas Mersch macht den Korb zum 74:76. Aber Münster hat den letzten Angriff, spielt die Uhr herunter und Stephan Kreutzer wird beim finalen Korbleger gefoult sechs Sekunden vor dem Ende. Zwei Freiwürfe, aber er verwirft den ersten in-and-out und verwandelt den zweiten. Münster ist aber mit einem Mannschaftsfoul noch weit von der Foulgrenze entfernt und schafft es so nicht Werne trotz Fouls an die Linie zu schicken. So erbebt die Halle im Werner Jubel über den Klassenerhalt, während bei Münster kurzzeitig die Köpfe hängen.

„Wir haben heute ein spannendes Spiel geliefert und Werne alles abverlangt war möglich war. Mit weniger Fehlern, katastrophaler Freiwurfquote (19/31) und mehr Präsenz gerade unter den Brettern hätten wir das Spiel auch gewinnen können, aber wir haben es eben nicht und Werne hat den Sieg förmlich aus unserer Halle gekratzt. Sie haben sich ihren Klassenerhalt hart erabeitet, wir haben ihnen alles abverlangt und daher Glückwunsch nach Werne. Wir selbst müssen zum Abschluss nach Paderborn, was Angesicht unserer noch dünneren personellen Decke nicht gerade einfach wird“, so Trainer Christoph Schneider nach dem Spiel.

Münster verliert das dritte Spiel in Folge, hat aber durch den Gewinn des direkten Vergleichs mit Werne mindestens Platz neun in der Tabelle sicher und ist damit auch theoretisch fern jeder Abstiegsgefahr. Den Saisonabschluss bildet das Endspiel um Platz 8 am nächsten Samstag 20 Uhr bei den Paderborn Baskets 2.

Punkte: Strietholt, L. (16), Husmann (14), Kreutzer, Funk  (je 12), Lüsebrink, Christophel, Blome, D. (je 5), Blome, F. (4), Strietholt, F. (2), Heide

Spielverlauf aus UBC-Sicht: 12:7 (5. Minute) – 16:20 (10.) – 25:25 (15.) – 38:40 (Halbzeit) – 45:52 (25.) – 52:58 (30.) – 63:64 (35.) – 75:76 (Endstand)