Immer den Korb vor Augen

Von Annika Wienhölter in „Moritz – Magazin für Leute mit Kindern“ – Ausgabe Februar 2019

Für Meinhard Neuhaus und seinen Sohn Lorenz (15) ist Basketball das Größte. In ihrer Freizeit dreht sich alles um die rasante Körbejagd. Während der 50-jährige Architekt derzeit im deutschen Ü50-Nationalteam und mit der dritten Mannschaft des UBC Münster in der Oberliga spielt sowie seit sieben Jahren als Präsident „seines“ Vereins agiert, mischt sein jüngster Spross in der U16-Bundesliga-Mannschaft des UBC mit. Vier Mal Training in der Freizeit, drei Einheiten während der Schulzeit am Pascal-Gymnasium und ein bis zwei Spiele am Wochenende – das ist das Sieben-Tage-Pensum des Zehntklässlers. Hinzu kommen Turniere.

Aktuell läuft‘s gut für sein Team: „Wir gewinnen viel, haben es in die Playoffs geschafft. Damit gehören wir zur Top-16 Deutschlands“, erzählt Lorenz, als sei das nichts Ungewöhnliches und ergänzt ganz bescheiden: „Jetzt gucken wir mal, auf welchem Platz wir am Ende landen.“ Dass er ein Faible fürs Basketballspielen hat, kommt nicht von ungefähr: „Unsere beiden Söhne waren schon als kleine Kinder immer mit in der Halle“, berichtet Papa Meinhard. Wenn er übers Parkett geflitzt ist und einen Korb nach dem anderen geworfen hat, saßen Mama Alicia (47), Lorenz und sein großer Bruder Gaspar auf der Tribüne zum Anfeuern.

Letzterer ist heute 20 Jahre alt, studiert, jobbt und lebt in Berlin. Die wenige Freizeit, die der junge Mann hat, verbringt der ehemalige UBC-Münster-Spieler – natürlich – in der Sporthalle. Das gefällt seinem Vater: „Ich wünsche mir, dass die Jungs dabei bleiben. Denn Basketball verbindet.“ Ob während des Studiums in Aachen oder eines längeren Aufenthalts in Südamerika: „Über den Sport habe ich stets und überall sofort Anschluss gefunden“, erinnert sich Meinhard Neuhaus. Das hat auch Lorenz längst zu schätzen gelernt: Mit seinen Mannschaftskollegen unternimmt er auch abseits des Parketts allerhand. Allein schon, weil das Team durch ganz Deutschland tingelt. Zu vielen Auswärtsspielen reisen die Nachwuchssportler einen Tag früher an, übernachten in Jugendherbergen und überbrücken gemeinsam die Stunden bis zum Anpfiff.

Oft dabei: Papa Meinhard und seine Frau Alicia, die schmunzelnd von sich behauptet, die Theoretikerin in der Familie zu sein. Doch das ist sie gerne. Sie liebt es, gemeinsam mit ihren Männern die Basketballspiele mit Neuhaus-Beteiligung zu analysieren. Regelmäßig sieht sich die Familie Bundesliga- und NBA-Partien im Fernsehen an. Lorenz’ Lieblingsmannschaft sind – neben den WWU Baskets seines Heimatvereins – die Boston Celtics. Ein Spiel seiner Idole live zu sehen, „das wäre schon cool“, findet der 15-Jährige. So abwegig ist das nicht, wohnt doch sein Patenonkel in der us-amerikanischen Stadt …

Quelle: Originalartikel (Seite 11)