WWU Baskets mit Nehmerqualitäten wie ein Schwergewichtsboxer

Angeführt vom bärenstarken Kai Hänig haben die WWU Baskets das schwere Auswärtsspiel bei BG Hagen rumgerissen und mit 84:79 (38:43) gewonnen. Eine Woche nach der Derbyniederlage gegen Ibbenbüren zeigte das Team von Trainer Philipp Kappenstein Nehmerqualitäten wie ein Schwergewichtsboxer.

Von Alexander Heflik – Münstersche Zeitung und Westfälische Nachrichten

War das ein harter Kampf für die WWU Baskets aus Münster. Und was für eine Reaktion in einem Spiel, wo die Hausherren den Gästen aus Münster alles abverlangten. Das Team aus der 1. Basketball-Regionalliga gewann am Freitag denkbar knapp mit 84:79 (38:43) bei der BG Hagen und bleibt damit auf der Verfolgung von Spitzenreiter Grevenbroich. Die Heimniederlage gegen Ibbenbüren hat zwar Spuren hinterlassen, aber die WWU Baskets haben sie offenbar verdaut.

„Ohne Frage, das war ein megaschweres Auswärtsspiel für uns. Der Druck war nach der Niederlage gegen Ibbenbüren enorm“, befand Trainer Philipp Kappenstein. Und, so der Coach weiter: „Wir haben ganz, ganz viel Herz gezeigt. Im vierten Viertel haben wir die richtige Antwort gegeben.“

Hagen lange am Drücker

Leicht war diese Aufgabe beim Tabellenfünften aus Hagen wahrlich nicht. Und lange Zeit sah es gar nicht nach einem Sieg für den UBC aka WWU Baskets Münster aus. Viertel eins ging mit 25:21 an die BG Hagen, Viertel zwei auch mit 18:17. Somit führten die Hausherren mit 43:38, der Rucksack für das Kappenstein-Team wurde nicht leichter.

Doch Münster blieb dran, biss sich fest, ackerte und wehrte sich. Das war mal ein richtiges Spektakel am Freitag in Hagen. Der Vorsprung der BG schmolz dahin, nur noch 63:61 hieß es nach 30 Minuten. Münsters Jan König hatte dabei mächtig zulegt nach der Pause.

Hänigs Supershow

Doch im letzten Viertel erst übernahmen die Gäste die Regie. Angeführt von einem bärenstarken Kai Hänig wurde die Partie gedreht. „Er wurde zu unserem Eckpfeiler“, meinte auch UBC-Macher Helge Stuckenholz. Hänig erzielte elf Punkte, traf ungewohnte fünf von sechs Freiwürfen, angelte sich 18 Rebounds und verzeichnete zudem vier Ballgewinne. Das war mal richtig beeindruckend. Zudem zeigte der erst 16 Jahre alte Nico Funk in der Verteidigung eine Top-Vorstellung. Eines kam zum anderen, Münster gab nicht klein bei, häppchenweise holte sich das Kappenstein-Team die Vorteile und feierte am Ende den 84:79-Erfolg.

Nächste Woche wird es nicht leichter, erst geht es gegen ART Düsseldorf um Punkte, ein Ausrutscher ist verboten im Titelrennen, keine 24 Stunden später im WBV-Pokal-Viertelfinale dann gegen Fast-Break Leverkusen. Zeit zum durchatmen: keine.

►  Punkte WWU Baskets: Jan König (23), Stefan Wess (20), Bryce Leavitt (15). Kai Hänig (11), Andrej König (8), Alex Goolsby (4), Nico Funk (3).