Foto: Markus Holtrichter

WWU BASKETS werden zum Sieg getragen

(mh) Was war das denn, Münster? Einen unglaublichen Abend erlebten die WWU BASKETS zum Start in die 2. BARMER Basketball Bundesliga, ProB! Mit 63:61 (23:31) bezwangen die Uni-Städter in einem echten Krimi vor exakt 1.511 Zuschauern in der neuen Heimspielstätte am Berg Fidel die Titanen aus Dresden und bewiesen dabei, nach anfänglicher Nervosität, Charakter und absoluten Siegeswillen, in einem dynamischen Zusammenspiel mit einer überragenden Kulisse. „Ich könnte grad nicht happier sein“, resümierte WWU-Headcoach Philipp Kappenstein.

Die riesige Halle, die neue Liga, das erste Punktspiel – das alles hatte sich für das Team um Spielmacher JoJo Cooper doch offensichtlich wesentlich stärker ausgewirkt, als erwartet. Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen, als es nach dem ersten Viertel gerade einmal 8:7 hieß – eine völlig untypische Punkteausbeute im Basketball. Viele Würfe der WWU BASKETS verfehlten weit Ihr Ziel. Dazu leistete sich das Team eine Menge Turnover. Bei den Gästen aus Dresden lief bislang jedoch ebenfalls nichts zusammen.

Allmählich aber legten die Titans, angeführt vom starken Helge Baues, ihre Nervosität ein wenig ab und übernahmen Spiel und Führung, während auf der anderen Seite die Mannschaft von Philipp Kappenstein, der bereits viel durchwechselte, selbst vermeintlich leichte Punkte am Brett verlegte. Wohl bezeichnend, dass US-Import JoJo Cooper erst in der 20. Minute seine ersten Punkte des Spiels erzielte, immerhin gleich 3, aus der Distanz. Außerdem hatte Marco Porcher dafür gesorgt, dass die Gäste nicht völlig enteilten. Eine Halbzeitpause kam den WWU BASKETS wohl nie mehr gelegen, als an diesem Abend.

Aufholjagd im dritten Viertel

Fotos: Markus Holtrichter

Nun aber sollten die Zuschauer ein fantastisches Comeback erleben: Nach Ballgewinnen von Cooper und Geretzki, einem Dreier von Stefan Wess, stand die Halle am Berg Fidel Kopf! Mit starker Defense, gutem Rebounding und neuer Entschlossenheit in der Offensive, hatten die Gastgeber nicht nur den 8 Punkte-Halbzeitrückstand gefühlt in Windeseile aufgeholt, sondern spielten sich nun auch eine 45:39-Führung heraus und forcierten das Zusammenspiel mit den Fans auf der Tribüne. „Wir wollten die Emotionen überschwappen lassen, das hat ab dem 3. Viertel hervorragend geklappt“, so Philipp Kappenstein.

Mit 45:45 ging es in den letzten Durchgang. Crunchtime. Inzwischen lief Leo Padberg offensiv wie defensiv zu Höchstform auf. Dennoch, die Gäste übernahmen mit einem Distanzwurf von Helge Baues wieder ihrerseits die Führung. 59:61. Noch zwei Minuten Spielzeit auf der Uhr. Die spannende Dramatik hielt die Zuschauer längst nicht mehr auf den Sitzen. Und per Drehbuch hätte es sich nicht besser inszenieren lassen, als dass nun Routinier Jan König, der an diesem Abend lange nach seiner ruhigen Hand gesucht hatte, die Baskets ebenfalls aus der Distanz wieder nach vorn brachte. Der intensive Schlagabtausch setzte sich in der Crunchtime fort.

Nach einer Reihe schneller Fouls, mit denen Dresden den letzten Angriff Münsters unterbinden wollte, ging Stefan Wess an die Freiwurflinie. Noch 5 Sekunden auf der Uhr. Erster Versuch: Daneben. Zweiter Ball: Drin! Doch nun hieß es, den fragilen Vorsprung von zwei Punkten über die Zeit zu bringen. Nach zwei Auszeiten, in denen die Coaches angesichts der Lautstärke im Kessel Berg Fidel Schwierigkeiten hatten, ihr Team verbal zu erreichen, blieb den Titanen der „letzte Ball“. Doch der eng bedrängte Helge Baues verlegte am Brett. Es folgten Jubel-Orgien auf dem Feld und auf den Rängen. Danke Münster!

Trainer-Stimme zum Spiel

Philipp Kappenstein: „Es war ein unglaublicher Charaktersieg, der eine tolle Auszeichnung für die Jungs ist! Obwohl in der ersten Halbzeit offensiv nicht viel gelaufen ist, hat die Halle uns absolut zum Sieg geschrien. Es war so ein bisschen das typische, erste Saisonspiel: Zerfahren, hektisch und leider auch nervös. Aber defensiv war das auf einem megahohen Level, von beiden Seiten, ein Quality-Win gegen eine gute Mannschaft aus der ProB. Für mich gibt es eigentlich keine besseren Siege, wenn ich ehrlich bin!“

Für die WWU BASKETS geht es nun zum ersten Auswärtsspiel. Am kommenden Samstag (29.09., 19 Uhr) erwartet Lok Bernau den Aufsteiger aus Münster. Bernau ist mit einer Niederlage bei den BSW Sixers (69:78) in die Saison gestartet. Außerdem läuft bereits der Vorverkauf für das 2. Heimspiel am 6. Oktober gegen die Itzehoe Eagles.

WWU: Cooper (12/2), König, J. (6/2), Weß (9/1), Husmann, König, A., Padberg (13/1), Porcher (9), Goolsby (2), Lüsebrink, Delpeche (2, 12 R.), Geretzki (10/2)

Titans: Nießen, Kirchner (14/3), Schmidkunz (13/1), Kamber (3), Wendler (4), Baues (14/1), Heinonen, Watkins (6), Thieme, Kujundzic (7).

Zuschauer: 1.511.

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