Sonntagskrimi mit Happy End und Rekordkulisse

(mh) Die WWU BASKETS haben den vorgezogenen Sonntagabend-Krimi vor überragender Kulisse in quasi letzter Sekunde mit einem Happy End für Münster versehen. Das 77:76 (42:39) über die Iserlohn Kangaroos war an Dramatik kaum zu überbieten. Der letztlich überragende JoJo Cooper traf mit dem finalen Angriff für Münster unter größter Bedrängnis einen schwierigen Wurf aus der Halbdistanz und verzückte damit die 2.750 Fans in der Halle am Berg Fidel restlos. Somit zählen die WWU BASKETS weiterhin zur ärgsten Verfolgergruppe des Tabellenführers Rist Wedel und sind ohnehin weiter auf PlayOff-Kurs.

Die ersten Punkte des Spiels durch Joso Brkic sollten für lange Zeit die letzte Führung der Gäste markieren. Die WWU BASKETS zeigten sich von Beginn an hellwach im Kampf um den Ball, ließen aber offensiv doch noch die letzte Konsequenz vermissen. So haderte Headcoach Philipp Kappenstein mit der ein oder anderen Angriffsaktion, die es zwar vollendet in die Galerie geschafft hätte, aber letztlich doch nur jeweils zwei leichtfertig vergebene Punkte darstellte.  Münster verpasste es, sich abzusetzen, behielt in der ersten Halbzeit aber weiterhin die Nase vorn, was unter anderem Andrej König zu verdanken war, der bis zur Pause bereits zweistellig (12 P) gepunktet hatte.

Das dritte Viertel lief dann nicht mehr nach Geschmack der Hausherren: Lamar Mallory und Joshua Dahmen drehten die Partie quasi im Alleingang, während Cooper & Co unglückliche Wurfentscheidungen trafen und in der Defensive Abstimmungsprobleme offenbarten. Das Resultat war ein 46:52 Rückstand, den die Unistädter bis zur 30. Minute nur unwesentlich verkürzen konnten (56:61).

Crunchtime wird Nervenprobe

Dann ging es in den Schluss-Durchgang und der hatte es in sich: Nach Fastbreak-Punkten durch Marco Porcher und einen umjubelten Dunk von Rückkehrer Kai Hänig, aufgelegt durch Joseph Douglas Cooper (nach Steal), war Münster wieder voll im Geschäft. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit mehrfach wechselnder Führung. Iserlohn aber musste die letzten 5 Minuten ohne Lamar Mallory auskommen, für den die Partie nach einem zweiten, „unsportlich“ gewerteten Foul vorzeitig beendet war.

Die WWU BASKETS schienen die Partie nun bereits unter Kontrolle zu haben, doch nach zwei Dreiern durch Scharfschütze Malte Schwarz und zwischenzeitlich Punkten von der Linie durch Joshua Dahmen, drohten die Hausherren doch noch leer auszugehen. 10 Sekunden blieben für den letzten Angriff. Der Ball gelangt zu JoJo Cooper und der sucht selbstbewusst die Entscheidung rechts aus der Halbdistanz. Der Ball segelt durch die Reuse! In der Halle hielt es längst niemanden mehr auf den Sitzen. Doch war das die Entscheidung, der Lucky Punch? Etwas mehr als 2 Sekunden noch bleiben den Gästen, nach den Punkten zu greifen. Nikita Khartchenkov setzt zum letzten Wurf an – und wird geblockt durch Malcolm Delpeche. Das war´s! Münster nimmt erfolgreich Revanche und feiert einen denkwürdigen Sieg vor Rekordkulisse! (Foto: Markus Holtrichter)

Philipp Kappenstein zum Spiel:

„Das Jahr hätte natürlich nicht besser starten können! Ich kann nur ein riesen Kompliment ans Team geben, es war wieder ein unglaublicher Fight! Bei dem schweren Programm, was noch kommt, kann man gar nicht genug ausdrücken, wie wichtig das heute war. Wir haben uns nun wieder in eine top Position gebracht. Wir haben heute die zweitbeste Offensive der Liga auf 76 Punkte gehalten, haben am Ende aber auch einfach entschlossener gespielt, hatten Khartchenkov dann gut im Griff. In so einem Spiel kommt´s einfach doch auf die Spieler an, die den Ball in die Hand nehmen und reinschmeißen. Da kann man Jan König nennen, der zwei ganz wichtige Würfe nimmt und JoJo Cooper, der eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt hat und den überragenden Gamewinner macht. Die Halle war quasi komplett voll besetzt, das hatten wir so noch nicht. Und dass die Zuschauer so ein Spiel geliefert bekommen, mit dem richtigen Ende, ist auch einfach emotional extrem gut!“

Unter den Zuschauern war an diesem Sonntag auch die komplette Mannschaft des Fußballdrittligisten Preußen Münster. Sportvorstand Malte Metzelder: „Wir möchten uns für die Einladung bedanken! Ich war das erste Mal beim Basketball. Es war ein tolles Erlebnis! Im dritten Viertel hatte ich Bedenken, ob Münster wirklich noch gewinnt, aber die Schlussphase war dann wieder überragend! Wir selbst hatten heute das erste Teamtraining in diesem Jahr und bereiten uns nun weiter auf die Rückrunde vor. Ich hoffe, wir dürfen dann auch mal die Basketballer im Preußenstadion begrüßen! Beide Klubs können voneinander profitieren.“

WWU: Cooper (20/1, 7 A.), König, J. (16/2, 10 Reb.), Weß  (2), König, A. (14/2, 6 ST.), Hänig (2), Padberg (6), Porcher (8), Woltering, Goolsby, Delpeche (9, 7 Reb.), Geretzki, Funk.

Kangaroos: Mallory (15/1), Ziring, De Oliveira (3), Schwarz K., Schwarz M. (15/4), Dahmen, J. (8), Khartchenkov (11/1), Dahmen, R. (9/3), Krumme, Brkic (15).

Schiedsrichter: Florian Möllmann, Daniel Lagudka.

Zuschauer: 2.750

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