Playoff-Finale: Münster wahrt Titelchancen

(mh) Die WWU BASKETS haben im Heimspiel des Playoff-Finales gegen die Bayer Giants Leverkusen einen starken Auftritt abgeliefert. Zwar reichte der sechs Punkte-Vorsprung zwei Minuten vor Spielende nicht zum Sieg. Das 86:89 (50:50) war aber eben nur die erste Hälfte des Finales. In Leverkusen würde dem Team von Philipp Kappenstein ein Sieg mit vier Punkten genügen, um sensationell den Meister-Titel der BARMER 2. Basketball Bundesliga, ProB, zu erreichen. Die Nachfrage nach Fanbus-eTickets ist in Münster bereits exorbitant hoch. Die Busse starten am Freitag um 16:30 Uhr an der Sporthalle Horstmarer Landweg.

Die erste Halbzeit bot den rund 3.000 Zuschauern am Berg Fidel ein Offensivspektakel. Leverkusen erwischte den besseren Start (6:13), Münster hielt maßgeblich über den fast ausschließlich punktenden und stark aufspielenden Stefan Weß dagegen. Mit 17:18 endete der erste Durchgang.

Münster holte sich nun durch Porcher die Führung zurück, spielte das offensiv stärkste Viertel dieses Abends. Allerdings antworteten die Giants meist umgehend, fanden immer wieder den Weg zum Korb oder trafen beispielsweise auch einmal über Tim Schönborn aus der Distanz, um auf Tuchfühlung zu bleiben. Das 50:50 zur Halbzeit lieferte Philipp Kappenstein und seinem Gegenüber, Europameister Hansi Gnad, ausreichend Gesprächs-Stoff für die Pause.

Mehr Zugriff nach der Halbzeitpause

Die veränderte Taktik gerade in puncto Defensive wirkte: Im dritten Viertel ließen die WWU BASKETS nur 15 Punkte des Gegners zu, erzielten selbst 21 Zähler, wobei nun Jan König richtig „on fire“ war, aber auch Alex Goolsby zwei Distanzwürfe zum Abschluss dieses Durchgangs landete.

Pure Dramatik in der Crunchtime

Die Schlussphase lieferte dann den Drama-Höhepunkt des hochklassigen West-Duells. In der 38. Minute hatte Jan König mit einem seiner sieben! Dreier dieses Abends die Anzeigetafel auf 84:78 gestellt. Doch dann fehlte den Hausherren das Glück für die Entscheidung. Stattdessen spielten die Gäste aus Leverkusen ihre Klasse aus, gingen nach Distanztreffern von Hornsby und Celebic in Führung (84:86).

Zwei Sekunden blieben noch auf der Uhr, als Jan König beim Distanzwurf gefoult wurde. Der Kapitän verwandelte zwei von drei Würfen zum Ausgleich. 1,5 Sekunden hatte nun das Team von Hansi Gnad für den letzten Angriff. Nach einer Auszeit und Einwurf in der Hälfte der BASKETS, brachten die Giants den Ball zu US-Powerforward Nick Hornsby. Der 23-jährige zögerte nicht und landete den Buzzer Beater aus der Distanz mit dem dafür nötigen Glück in der Reuse.

Dank an Zuschauer

11 Mal hatte die Führung an diesem Abend gewechselt. Beide Teams zeigten mitunter starke Treffer-Quoten. Leverkusen bekam fast doppelt so viele Freiwürfe zugesprochen, als Münster. Die WWU BASKETS wurden von der herausragenden Kulisse trotz der Niederlage in letzter Sekunde mit Standing Ovations gefeiert. Headcoach Philipp Kappenstein und Kapitän Jan König nutzten die Minuten nach dem letzten Heimspiel, um sich bei allen für die großartige Unterstützung in der ersten ProB-Saison zu bedanken und die Fans auf das entscheidende Rückspiel am Freitag in Leverkusen einzustimmen.

Philipp Kappenstein…

…zum Spiel: „Erstmal nehmen wir mit, dass wir uns fantastisch von unseren Zuschauern verabschieden konnten. Ich glaube, das war heute nochmal der perfekte Saisonabschluss, abzüglich des Sieges, leider. Ich glaube, man hat gesehen, dass sich hier heute zurecht die beiden besten ProB-Mannschaften im Finale getroffen haben. Es war ein Spiel, das offensiv auf einem unglaublich hohen Level war, was Trefferquoten angeht, was Spielzüge angeht. Es war ein Kampf bis zur letzten Sekunde, mit Leverkusen, dem vielleicht etwas glücklicheren Sieger. Sie machen den letzten Wurf noch, das gehört dazu.

…zum Rückspiel am Freitag: „Für die Finalserie heißt das heutige Ergebnis  nichts, es sind noch 40 Minuten, um drei Punkte aufzuholen. Selbst wenn wir in Leverkusen 20 Sekunden vor Schluss mit zwei Punkten hinten wären, hätten wir immer noch alle Chancen. Von daher freuen wir uns alle extremst auf Freitag. Ich glaube, die Fans aus Münster werden uns auch da ein Heimspiel bereiten. Wir wollen natürlich einen sehr erfolgreichen Saisonabschluss. Wir würden das gerne noch den Leuten und uns selber auch schenken. Ich glaube, man hat gesehen, dass wir absolut auf Augenhöhe sind. Die Teams unterscheidet nicht viel. Ganz ehrlich glaube ich, dass wir vielleicht noch ein bisschen mehr Raum nach oben haben, als Leverkusen. Ich glaube schon, dass wir uns in verschiedensten Bereichen noch steigern können, die Beine vielleicht wieder ein wenig frischer sind in der Defense. Ich freue mich darauf.“

WWU: Cooper (2, 8 A.), König, J. (29/7), Weß (22/3, 7 R.), Husmann (DNP), König, A. (4), Hänig (2, 8 R.), Padberg (3/1), Porcher (10/1), Goolsby (6/2), Lüsebrink (DNP), Delpeche (6, 6 R.), Funk (2, 5 A.).

LEV: Celebic (13/2), Blessig (10, 5 A.), Blass (4), Nick (2), Selimovic (DNP), Winter (1), Schick (9), Schönborn (11/3), Engelhardt (DNP), Thiemanns (9), Kuczmann (6/1), Hornsby (24/3, 6 R.)

Schiedsrichter: Dietmar Damm, Malte Sternitzke

Zuschauer: 3.000

Die Spielstatistik wird präsentiert vom BALLSIDE Liveticker der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Den Videostream stellt sportdeutschland.tv im Re-Live bereit.